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Atlantic Online, Germany, September 8, 2005, reproduces article from Latin Business Chronicle.

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Free Trade and Poverty

Joachim Bamrud, Latin Business Chronicle, 03.08.2005

Integrationsprojekte gegen die Dominanz der USA

Der venezolanische Präsident Hugo Chavez treibt gleich mehrere regionale Intergrationsprojekte voran, die sich gegen die USA richten: Mit der Bolivarianischen Alternative für ganz Amerika (ALBA) möchte er in Konkurrenz zu der von der USA initiierten gesamtamerikanischen Freihandelszone (FTAA) treten. Kuba ist bereits Mitglied geworden, konnte Chavez aber nicht davon abhalten, die Ölgelder auch zur Bildung der PetroSur (mit Argentinien und Brasilien) und der PetroCaribe (mit 13 karibischen Staaten) zu verwenden. Das aktuellste Vorhaben ist die PetroAndina, ein Verbund der fünf Andenstaaten (Andean), um den Ölhandel der Region zu kontrollieren.

Alle lateinamerikanischen Staaten profitieren vom Handel mit den USA

Bei Betrachtung der Handelsbilanzen der Andean zeigt sich, dass die Vernetzung mit den USA zugleich Wachstum bedeutet: Zusammen exportierten die fünf Andenländer vergangenes Jahr Waren im Wert von 39,7 Mrd. Dollar in die USA. Innerhalb der Andean hingegen betrugen die Exporte nur 7,8 Mrd. Dollar. 42,7% der Exporte Kolumbiens und 29,5% der Exporte von Peru gingen in die USA. Auf politischer Ebene sucht Chavez den Konflikt mit den USA, die venezolanische Wirtschaft aber liefert 63,5% ihrer Exporte in die USA. Der zweitgrößte Öllieferant (86,8% des Exports sind Ölprodukte) verzeichnete im Vorjahr ein Exportwachstum in die USA von 45,4%.

Desillusionierung mit dem Weltmarkt

Ein Großteil Lateinamerikas ist von den Marktreformen der 90er Jahre enttäuscht. Sie förderten zwar makroökonomisches Wachstum und Stabilität, schufen aber keinen Wohlstand der Bevölkerung und konnten die Armut nicht reduzieren. Während das Gesamt-BIP von Lateinamerika und der Karibik von 1,1 Billionen Dollar 1990 auf 1,9 Billionen 2001 wuchs, stieg gleichzeitig die Zahl der Menschen, die von weniger als zwei Dollar pro Tag leben, von 124,6 Mio. auf 128,2 Mio.

Die Öffnung hat China aufsteigen lassen

In der gleichen Periode ist in China der Anteil der Menschen, die von weniger als zwei Dollar pro Tag leben müssen, von 72,6% 1990 auf 46,7% 2001 gefallen. Mit dem hohen Exportwachstum von 22% des BIP 1999 auf bis zu 34% des BIP 2003 stiegen auch die Importe – von 19% auf 32% des BIP.

Die lateinamerikanischen Regierungen verhindern den Freihandel

Während die Exporte aus Lateinamerika von 20 auf 24% des BIP stiegen, stagnierten die Importe bei 21%. Viele Regierungen verfolgen eine Importpolitik, die die heimische Wirtschaft schützen soll. Diese Politik aber schwächt die Wirtschaft, anstatt sie zu stärken. Günstigere Importe nutzen nicht nur den Konsumenten, sondern auch der exportorientierten Industrie. Das relativ kleine Land Chile konnte durch eine offenere Handelspolitik eine starke Wirtschaft aufbauen. Mexiko überholte als Mitglied der NAFTA Brasilien als größte Volkswirtschaft Lateinamerikas.

Nur Integration in die Weltwirtschaft bringt Wachstum

Die FTAA scheint im Moment auf Eis gelegt, langfristig kann aber nur eine Integration in die Weltwirtschaft das Wachstum befördern. Die Freihandelsabkommen von NAFTA und zufünftig der CAFTA fördern auch Investitionen aus dem Ausland. Ausländische Unternehmen werden Milliarden investieren, wenn die Rahmenbedingungen stehen: Gute Schlichtungsverfahren, Schutz der Urherberrechte und eine transparente Politik.

Die durch Venezuela betriebenen Integrationsbestrebungen sind an sich als positiv zu bewerten, dürfen sich aber nicht gegen die USA als wichtigsten Wirtschaftspartner richten. China beweist, dass nur eine Kombination von wirtschaftlicher Liberalisierung und hohen Investitionen aus dem Ausland gutbezahlte Arbeit schafft und so die Armut reduziert.

Zusammenfassung erstellt von Konstantin Freytag-Loringhoven (08.09.2005)

Atlantic Online

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